Kosten und Steuern beim Immobilienkauf/-verkauf

06.05.2019

Der Kauf einer Immobilie setzt ein gewisses „Know-How“ voraus. Darunter sind Themen wie anfallende Nebenkosten und Steuern wohl eines der wichtigsten, wenn es um den Bereich Finanzierung und Planung geht.

Hiermit zeigen wir Ihnen die wichtigsten Steuern und Kosten beim Immobilienkauf:

Beim Kauf einer Immobilie

Grunderwerbsteuer – 3,5%

Die Grunderwerbsteuer ist eine Verkehrsteuer und erfasst den Erwerb von inländischen Grundstücken. In der Regel fällt diese in Höhe von 3,5% des Kaufpreises aus. Die Grunderwerbsteuer kann sowohl vom Käufer, als auch vom Verkäufer bezahlt werden. Im Kaufvertrag sollte daher festgelegt werden, wer die Steuer entrichtet. In der Regel ist dies der Käufer einer Liegenschaft.

Es gibt einige Erwerbsvorgänge, wie z.B. den unentgeltlichen Erwerb bzw. Erbe, bei denen die Bemessungsgrundlage der Grundstückswert ist.

Eintragungsgebühr fürs Grundbuch – 1,1%

Erst durch die Eintragung ins Grundbuch wird man Eigentümer einer Liegenschaft und erhält alle damit verbundenen Rechte und Pflichten. Die Eintragung übernimmt sozusagen die körperliche Übergabe. Das Grundbuch ist ein öffentliches Register und hat die Aufgabe, über alle Grundstücke und die damit verbundenen Rechtsverhältnisse zuverlässig Auskunft zu geben.

Vertragserrichtungskosten

Der Kaufvertrag wird von einem Rechtsanwalt oder Notar erstellt. Die Höhe der Vertragserrichtungskosten beträgt überlicherweise zwischen 1,5 und 3% des Kaufpreises zzgl. MwSt.

Vermittlungsprovision

Wird eine Liegenschaft durch einen Immobilienmakler vermittelt, wird eine sogenannte Maklerprovision fällig. Das Maklerhonorar ist ein Erfolgshonorar und wird nur nach erfolgreich erbrachter Leistung fällig. Die Höhe der Maklerprovision beträgt in der Regel 3% des Kaufpreises zzgl. MwSt.


Allgemeine Steuern

Immobilienertragsteuer

Einkünfte aus der Veräußerung von Liegenschaften unterliegen seit 2016 einem Steuersatz von 30 Prozent auf den erwirtschafteten Gewinn und wirken nicht progressionserhöhend für das Resteinkommen.

Seit dem 1. April 2012 unterliegen grundsätzlich sämtliche Gewinne aus der Veräußerung von Grundstücken der Einkommensteuerpflicht. Die vormalige Spekulationsfrist von grundsätzlich zehn Jahren wurde abgeschafft.

Bei der Ermittlung des steuerpflichtigen Gewinns wird zwischen Neu- und Alt-Grundstücken unterschieden. Neu-Grundstücke ab dem 31. März 2002 angeschafft worden, Alt-Grundstücke davor. Somit waren Neu-Grundstücke am 31. März 2012 steuerverfangen, Alt-Grundstücke nicht. Beide Formen werden seit 2016 mit 30% des Gewinns besteuert, allerdings werden die Anschaffungskosten bei Alt-Grundstücken pauschal mit 86% des Verkaufserlöses kalkuliert. Somit ergibt sich eine effektive Versteuerung von 4,2% im Gegensatz zu den 30% bei Neu-Grundstücken.

In bestimmten Ausnahmefällen kann der Verkauf steuerfrei sein. Darunter fallen die Hauptwohnsitzbefreiung, Herstellerbefreiung, Enteignung, Tauschvorgänge, sowie Erbschaft oder Schenkung.

Grundsteuer

Der inländische Grundbesitz ist in Österreich in der Regel grundsteuerpflichtig.

Die Grundsteuer ist eine Objektsteuer, in deren Mittelpunkt der Steuergegenstand und nicht die persönlichen Verhältnisse des Steuerschuldners stehen.

Bei der Grundsteuer handelt es sich um eine ausschließliche Gemeindeabgabe. Ihr Ertrag fließt den Gemeinden zu.

Für die Berechnung der Grundsteuer wird der sogenannte Einheitswert herangezogen, welcher in der Regel um ein Vielfaches niedriger als der tatsächliche Wert ist.

Davon wird mittels im Gesetz festgelegter Steuermesszahlen je nach Art der Liegenschaft der Steuermessbetrag ermittelt.

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